Was ist eine Solarthermieanlage und wie funktioniert sie?

Eine Solarthermieanlage nutzt Sonnenenergie, um Wasser zu erwärmen — für Warmwasser im Haushalt oder zur Heizungsunterstützung. Im Unterschied zu Photovoltaik, die Strom erzeugt, wandelt Solarthermie Sonnenstrahlung direkt in Wärme um — mit einem Wirkungsgrad von bis zu 70 Prozent der einfallenden Sonnenstrahlung.

Wie eine Solarthermieanlage funktioniert

Die Anlage besteht aus vier Hauptkomponenten, die einen geschlossenen Kreislauf bilden:

  • Kollektoren auf dem Dach absorbieren die Sonnenstrahlung und erhitzen eine Trägerflüssigkeit — ein Wasser-Glykol-Gemisch, das auch bei Frost nicht gefriert und bis zu 200 °C erreichen kann.
  • Rohrleitungen transportieren die erhitzte Flüssigkeit gedämmt vom Dach in den Keller. Je kürzer der Weg und je besser die Dämmung, desto weniger Wärme geht verloren.
  • Wärmetauscher im Solarspeicher überträgt die Energie ins Brauchwasser, ohne dass sich die Flüssigkeiten vermischen — hygienisch und sicher.
  • Regelgerät steuert die Umwälzpumpe über eine Temperaturdifferenzregelung: Sobald der Kollektor wärmer ist als der Speicher, läuft die Pumpe. Ist die Sonne weg, schaltet sie ab.

Welche Arten von Solarthermieanlagen gibt es?

Warmwasser-Solaranlage: Die häufigste Variante. Sie deckt im Jahresdurchschnitt 50 bis 70 Prozent des Warmwasserbedarfs eines Haushalts ab. Im Sommer oft 100 Prozent, im Winter ergänzt die Hauptheizung. Ob sich die Investition in Graz lohnt — und wie schnell sie sich amortisiert — erklärt der Artikel Lohnt sich eine Solaranlage für Warmwasser in Graz?

Kombisystem: Größere Anlage mit mehr Kollektorfläche und Pufferspeicher, die neben Warmwasser auch die Heizung unterstützt. In gut gedämmten Gebäuden kann ein Kombisystem 20 bis 30 Prozent des Heizwärmebedarfs übernehmen — besonders sinnvoll in Kombination mit einer Pellets- oder Wärmepumpenheizung.

Flachkollektor oder Röhrenkollektor?

Beide Typen funktionieren gut — aber für unterschiedliche Situationen:

  • Flachkollektor: Günstigerer Preis, robuster Aufbau, gut für sonnige Standorte mit direkter Einstrahlung. Für Graz mit seinen über 1.900 Sonnenstunden jährlich ist das die am häufigsten verbaute Variante.
  • Röhrenkollektor: Effizienter bei diffusem Licht und kälteren Temperaturen, höhere Jahresausbeute in weniger sonnigen Lagen. Höhere Anschaffungskosten, aber auch höhere Leistung im Winter.

Was ist der Unterschied zu Photovoltaik?

Beide Technologien nutzen die Sonne, aber das Ergebnis ist völlig verschieden:

  • Solarthermie erzeugt direkt Wärme — Wirkungsgrad bis zu 70 Prozent der einfallenden Strahlung
  • Photovoltaik erzeugt Strom, der dann auch für Heizung genutzt werden kann — Wirkungsgrad typisch 18 bis 22 Prozent

Für reine Warmwassergewinnung ist Solarthermie die effizientere Wahl. Wer primär Strom erzeugen möchte und Flexibilität braucht, ist mit Photovoltaik besser bedient.

Praxis-Hinweis: Eine Dachneigung zwischen 30 und 60 Grad ist für Solarthermie in Graz optimal. Flachdächer sind mit angepassten Aufständerungen ebenfalls gut nutzbar — der Mehraufwand bei der Montage ist kalkulierbar und amortisiert sich bei guter Ausrichtung rasch.

Für wen eignet sich Solarthermie?

Solarthermie eignet sich besonders für Eigenheime mit genügend Dachfläche in Richtung Süden, Südosten oder Südwesten. Graz zählt österreichweit zu den Top-Standorten für Solarthermie. Was eine Anlage kostet und welche Förderungen das Land Steiermark und der Bund bieten, lesen Sie in den Artikeln Kosten einer Solaranlage in Graz und Förderungen für Solaranlagen in der Steiermark. Für eine Besichtigung und ein persönliches Angebot: Derigo Installations GmbH, 0316 57 24 57.